Auf ein Wort …

Der Ellenbogen wird in der konservativen und operativen Orthopädie ein bisschen stiefmütterlich behandelt. Umrahmt von den großen Spezialdisziplinien Schulterchirurgie und Handchirugie gibt es nach wie vor in Deutschland wenige Spezialisten, die sich um diese so wichtige anatomische Region intensiv kümmern.

Dabei ist offensichtlich, dass funktionelle Störungen des Ellenbogens kaum ausgeglichen werden können und eine massive Beeinträchtigung im Alltag und Beruf verursachen. Betrachtet man das Gelenk, fällt auf, dass der Ellenbogen nicht nur ein Scharniergelenk (wie das Kniegelenk) ist, sondern durch die Drehung des Speichenkopfes (caput radii) die wichtige Umwendbewegung im Handgelenk gestattet.

Eine Arthrose im Ellenbogen kann die Beweglichkeit mit gravierender Auswirkung auf die Handfunktion einschränken. Der Ellenbogen ist durch einen komplexen Bandapparat gesichert, der beim Sport oder in der Freizeit leicht verletzt werden kann und das Gelenk dann aus seiner Führung springt (Luxation).  Dies ist äußert schmerzhaft und bedarf nach der möglichst sofortigen Reposition einer sorgfältigen Diagnostik (MRT) und gegebenenfalls zeitnahen Rekonstruktion des Bandapparats. Durch Überbelastung – hier sind in erster Linie junge Männer mit hohem Anspruch im Kraftsportbereich betroffen – kann die Bizeps- oder seltener Trizepssehne reißen. Beide Sehnen sind für die Kraftentwicklung bedeutend und können heute mit minimalinvasiver Technik versorgt werden. Aber nicht nur Verletzungen, sondern auch chronische Überbelastungen führen die Patienten aufgrund der lästigen Schmerzproblematik zum Spezialisten.

Beispielhaft seien hier die Epicondylitis humeri radialis / ulnaris genannt, besser bekannt unter dem Begriff Tennis- oder Golferellenbogen. Zur Behandlung steht hier eine Reihe von effektiven konservativen Methoden zur Auswahl; nur in seltenen chronischen Fällen muss operiert werden.
Der Ellenbogen wird von wichtigen Nerven passiert, die in definierten Nerventunneln verlaufen und gequetscht werden können. Am häufigsten ist das Sulcus ulnaris Syndrom: hier wird der Ellennerv unmittelbar neben dem sogenannten „Musikantenknochen“ geschädigt und führt zu Pelzigkeit am IV. und V. Finger und/ oder Schwäche der Handmuskulatur. Ein Neurologe kann den Grad der Schädigung bestimmen; bei entsprechender Verzögerung der Nervenleitgeschwindigkeit wird die operative Entlastung empfohlen.

Die angesprochenen Krankheitsbilder sind nur ein kleiner Teil der Pathologien, die den Ellenbogen betreffen können. Um die Patienten optimal betreuen zu können, haben PD Dr. Florian Elser und Dr. Ulrich Frank beschlossen, ihr Wissen aus den jeweiligen Spezialgebieten Schulter- und Kniechirurgie (Elser) und Handchirurgie (Frank) zusammenzulegen, um eine möglichst optimale Behandlung der Ellenbogenpatienten zu gewährleisten. So konzentriert sich PD. Dr. Elser auf die minimal-invasiven arthroskopischen Eingriffe, während Dr. Frank die konservativen und offen-chirurgischen Therapieoptionen anbietet.