Achtung bei Fahrrad-Stürzen: Häufig sind Bandverletzungen die Folge

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Bei Stürzen auf das ausgestreckte Handgelenk ist oft ein Riss des skapholunären Bands (SL-Band) die Folge. Dr. med. Ulrich Frank, Spezialist für Handchirurgie an der Hessingpark-Clinc, warnt davor, Beschwerden nicht ernst zu nehmen.

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Dr. med. Ulrich Frank

Leider wird in vielen Fällen nach einem derartigen Unfallereignis wie einem Fahrradsturz eine Prellung (fehl-)diagnostiziert, besonders dann, wenn im Röntgen keine Auffälligkeiten zu sehen sind. Dr. Ulrich Frank kennt den Verlauf: „Meist klingen die Beschwerden nach einigen Wochen ab und die Patienten verdrängen den eigentlichen Unfall. Ist jedoch wirklich das Band gerissen, setzt ein sehr langsamer, aber stetiger Prozess der Handgelenkschädigung ein.“

Beschwerden entstehen über Jahre 

Durch die fehlende Koppelung zwischen Kahn- und Mondbein scheren die beiden Knochen auseinander und lösen aufgrund permanenter Knorpelschädigung eine Arthrose aus. „Dieser Prozess kann zwischen 10 und 15 Jahre dauern. In dieser Zeit ist der Patient nicht eingeschränkt und bemerkt erst zu spät, dass er aufgrund zunehmender Beschwerden den Handchirurg aufsuchen sollte“, so Dr. Frank.

Deshalb gilt zu beachten:

  • Stürze auf das Handgelenk dürfen nicht bagatellisiert werden. Bestehen Schwellung, Bewegungseinschränkung und Schmerzen über eine Woche, sollte ein Handchirurg aufgesucht werden.

  • Bestätigt sich der Verdacht einer Handgelenkverletzung, sollte die Abklärung durch MRT und / oder Arthroskopie erfolgen.

  • Die frühe Behandlung einer SL-Bandruptur führt durch Naht oder Rekonstruktion des Bandes zu den besten Ergebnissen.

  • Spätfolgen einer SL-Bandverletzung lassen sich bisweilen durch Rettungsoperationen behandeln.