Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule
Zunächst bemerken Sie vielleicht nur ein leichtes Ziehen im Nacken oder in der Schulter, das bei alltäglichen Bewegungen auftritt. Doch nach und nach können auch einfache Aktivitäten wie das Drehen des Kopfes oder das Heben einer Tasche zur Herausforderung werden. Möglicherweise strahlen die Schmerzen sogar in die Arme aus, begleitet von Kribbeln oder Taubheitsgefühlen. Der Alltag ist zwar noch machbar, doch die Beschwerden nehmen stetig zu, und die Beweglichkeit im Nacken wird zunehmend eingeschränkt.
Warten Sie nicht, bis die Schmerzen unerträglich werden. Es ist wichtig, frühzeitig auf Anzeichen eines Bandscheibenvorfalls in der Halswirbelsäule zu reagieren, um weitere Schäden zu vermeiden. In der Hessingpark-Clinic stehen Ihnen erfahrene Spezialisten zur Seite, die mit modernen Behandlungsmethoden helfen, den Schmerz zu lindern und Ihre Beweglichkeit wiederherzustellen.
Was ist ein Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule?
Ein Bandscheibenvorfall an der Halswirbelsäule (zervikaler Bandscheibenvorfall) ist eine Erkrankung, bei der die Bandscheibe zwischen den Wirbeln der Halswirbelsäule beschädigt ist. Die Bandscheiben bestehen aus einem weichen, gelartigen Kern, der von einem festen Faserring umgeben ist. Bei einem Bandscheibenvorfall tritt der innere Kern durch Risse im Faserring nach außen, was zu einer Vorwölbung oder gar einem Austritt in den Spinalkanal führt.
Dieser Vorfall kann Druck auf die umliegenden Nervenwurzeln oder das Rückenmark ausüben und Symptome wie Nackenschmerzen, ausstrahlende Schmerzen in Arme und Schultern, Taubheitsgefühle, Kribbeln oder Muskelschwäche verursachen. Oft sind die Schmerzen intensiver bei Bewegungen des Kopfes oder des Nackens. Ursachen für einen Bandscheibenvorfall können Verschleiß, degenerative Veränderungen, Fehlhaltungen oder Überlastung sein.
Symptome bei einem Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule (HWS)
Ein Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule kann eine der Nervenwurzeln einklemmen, die Arm und Hand versorgen. Betroffene leiden häufig unter Nackenschmerzen, die sich bei Kopfbewegungen verstärken, sowie unter Schmerzen, Gefühlsstörungen und Schwäche in Arm und Hand. Besonders in der dominanten Hand können Schwäche und Taubheitsgefühle den Alltag erheblich beeinträchtigen. In seltenen Fällen kann ein großer Bandscheibenvorfall das Rückenmark einengen, was ein Schweregefühl in den Beinen und dadurch Gehschwierigkeiten verursachen kann.
Bei einer Nervenwurzeleinklemmung werden Schmerzen und Kribbeln nicht im gesamten Arm und in der Hand gespürt, sondern spezifisch im Versorgungsgebiet des betroffenen Nervs. Wenn beispielsweise die sechste Nervenwurzel betroffen ist, strahlt der Schmerz bis in den Daumen, Zeigefinder und Ringfinger. Ist die siebte Nervenwurzel beeinträchtigt, treten die Beschwerden im Mittelfinger auf.
Typische Lähmungserscheinungen können auf die jeweilige Nervenwurzel hinweisen: Schwäche beim Heben des Arms deutet auf eine Störung der fünften Nervenwurzel hin. Bei Schwäche beim Beugen des Arms am Ellenbogen ist die sechste, und beim Strecken des Arms die siebte Nervenwurzel betroffen.
Häufige Symptome
Nackenschmerzen
- Schmerzen im Nacken, die sich bei Kopfbewegungen verstärken.
Schmerzen und Gefühlsstörungen in Arm und Hand
- Schmerzen, Taubheitsgefühle und Schwäche, insbesondere in der dominanten Hand.
- Diese Symptome können den Alltag erheblich beeinträchtigen.
Steifheit und Gehschwierigkeiten (selten)
- In seltenen Fällen kann ein großer Bandscheibenvorfall das Rückenmark einengen.
- Dies führt zu Steifheit in den Beinen und kann Gehschwierigkeiten verursachen.
Spezifische Symptome bei Nervenwurzeleinklemmung
Schmerz- und Kribbelempfindungen
- Die Beschwerden werden nicht im gesamten Arm oder in der Hand gespürt, sondern spezifisch im Versorgungsgebiet des betroffenen Nervs.
Symptome je nach betroffener Nervenwurzel
Sechste Nervenwurzel (C6)
- Der Schmerz strahlt bis in den Daumen aus.
Siebte Nervenwurzel (C7)
- Die Beschwerden treten im Zeige- und Mittelfinger auf.
Lähmungserscheinungen und ihre Zuordnung zu Nervenwurzeln
Fünfte Nervenwurzel (C5)
- Schwäche beim Heben des Arms deutet auf eine Störung der fünften Nervenwurzel hin.
Sechste Nervenwurzel (C6)
- Schwäche beim Beugen des Arms am Ellenbogen weist auf eine Beeinträchtigung der sechsten Nervenwurzel hin.
Siebte Nervenwurzel (C7)
- Schwäche beim Strecken des Arms deutet auf eine Störung der siebten Nervenwurzel hin.
Diagnose
Vor jeder Diagnose steht eine ausführliche Anamnese und eine gezielte neurologische Untersuchung.
- Anamnese und neurologische Untersuchung
Bevor eine Diagnose gestellt werden kann, erfolgt eine ausführliche Anamnese und eine gezielte neurologische Untersuchung. Diese dienen dazu, erste Hinweise auf einen möglichen Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule (HWS) zu sammeln. - Bestätigung durch bildgebende Verfahren
Wenn der klinische Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall besteht, wird dieser durch moderne bildgebende Verfahren bestätigt. Dabei kommt vor allem die Magnetresonanztomographie (MRT) zum Einsatz, da sie detaillierte Einblicke in die Weichteile und Nervenstrukturen der Halswirbelsäule ermöglicht. - Weitere Bildgebungstechniken
Alternativ wird das Computertomogramm (CT) genutzt, das sich stärker auf knöcherne Strukturen konzentriert. Für spezifische Fragestellungen oder bei Kontraindikationen für ein MRT kann auch ein Myelo-CT zum Einsatz kommen, um den Bandscheibenvorfall genauer zu diagnostizieren. - Zufällige Entdeckung eines Bandscheibenvorfalls
Wie bei vielen degenerativen Erkrankungen der Wirbelsäule kann auch ein zervikaler Bandscheibenvorfall ohne Symptome auftreten und zufällig bei einer bildgebenden Untersuchung entdeckt werden. - Differenzialdiagnose
Wenn die Symptome und der Bildbefund nicht übereinstimmen, sollten andere mögliche Ursachen in Betracht gezogen werden. Dazu gehören:
- Tumoren
- Entzündungen
- Erkrankungen der Bänder wie Periarthropathie oder Tennisellenbogen
- Kompressionssyndrome des Plexus brachialis und der peripheren Nerven
Behandlung eines Bandscheibenvorfalls der HWS: Konservative und operative Therapien
Konservative Behandlung des Bandscheibenvorfalls der HWS
In den meisten Fällen kann ein Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule (HWS) konservativ behandelt werden, insbesondere bei kleineren Vorfällen.
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Dauer der Therapie:
Die konservative Behandlung dauert in der Regel bis zu sechs Wochen, um eine deutliche Verbesserung zu erreichen. -
Spontanheilung:
Viele Bandscheibenvorfälle heilen im Laufe von Monaten spontan, da sie sich verkleinern oder sogar vollständig auflösen. -
Langfristige Kompression:
Bei einer länger bestehenden Kompression der Nervenwurzel kann es jedoch zu dauerhaften Nervenschäden kommen, wodurch die Beschwerden teilweise oder vollständig bestehen bleiben können.
Wann ist eine Operation notwendig?
In einigen Fällen wird ein Bandscheibenvorfall so schwerwiegend, dass eine operative Behandlung erforderlich ist:
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Einengung des Rückenmarks:
Wenn der Bandscheibenvorfall auch das Rückenmark einengt, können Lähmungserscheinungen in den Beinen auftreten. Hier ist eine operative Behandlung dringend notwendig. -
Starke Kompression der Nervenwurzel:
Eine starke Einengung der Nervenwurzel, die zu erheblichen Schmerzen oder neurologischen Ausfällen führt, erfordert ebenfalls einen chirurgischen Eingriff.
Operative Behandlung des Bandscheibenvorfalls der HWS
Die Vorderseite der Halswirbelsäule wird durch einen kleinen Hautschnitt entlang einer Falte auf der rechten Halsseite freigelegt. Dieses Verfahren wird auch angewendet, wenn der linke Arm betroffen ist. Der Bandscheibenvorfall, der die Nervenwurzel reizt und einklemmt, wird mithilfe eines Mikroskops lokalisiert und entfernt. In bestimmten Fällen kann der Vorfall auch von hinten entfernt werden.
Da die entfernte Bandscheibe einen Hohlraum hinterlässt, wird dieser mit einem Platzhalter mit Fremdmaterial (sogenannter Cage) aufgefüllt. Dies ermöglicht eine Verblockung der Wirbelkörper, die durch eine Platte gesichert werden kann. Diese Versteifung hat nur geringe Auswirkungen auf die Beweglichkeit der Halswirbelsäule. In einigen Fällen wird statt der Verblockung eine bewegliche Bandscheibenprothese eingesetzt.
Nachbehandlung und Rehabilitation
Während des Krankenhausaufenthalts erhält der Patient ein Übungsprogramm, das vom Physiotherapeuten erklärt wird. Dieses besteht aus isometrischen Spannungsübungen, die die stabilisierenden Muskeln der Halswirbelsäule aktivieren. Diese Übungen sollten zu Hause ein- bis zweimal täglich bis zur ersten Arztkontrolle fortgesetzt werden.
Zwischen der Entlassung aus dem Krankenhaus und der ersten ärztlichen Kontrolle sind ein- bis zweimal pro Woche Physiotherapie-Einheiten empfohlen. Der Physiotherapeut wiederholt das Übungsprogramm mit dem Patienten, optimiert es und steht für Fragen zur Verfügung.
Zur Linderung von Verspannungen der Nacken- und Schultermuskulatur helfen warme Duschen, Bäder oder eine einfache Wärmflasche. Die Schonungszeit beträgt etwa vier bis sechs Wochen. Schmerzmittel sind meist nur in den ersten Tagen nötig. Nach einer Versteifung unterscheidet sich die Behandlung nicht von der nach einer Operation ohne Versteifung. Zwei Wochen nach der Operation erfolgt eine Kontrolluntersuchung.
Häufig gestellte Fragen:
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Bei einem Bandscheibenvorfall der HWS ist es wichtig, ruckartige und schnelle Kopfbewegungen zu vermeiden. Ebenso sollten Aktivitäten, bei denen die Wirbelsäule stark abgekrümmt oder einseitig belastet wird, unterlassen werden.
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Ein HWS-Bandscheibenvorfall wird dann gefährlich, wenn der Gallertkern der Bandscheibe nicht nur auf die Nerven, sondern auch auf das Rückenmark im Spinalkanal drückt. In diesem seltenen Fall können, ähnlich wie bei einer Spinalkanalstenose, dauerhafte Nervenschäden auftreten.
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Schweres Heben und plötzliche Bewegungen. Ein Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule kann sich durch erhöhten Druck auf die Bandscheiben und umliegende Strukturen verschlimmern. Daher ist es wichtig, schweres Heben sowie schnelle, einseitige Bewegungen wie das abruptes Drehen oder Beugen des Nackens zu vermeiden.