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Bandscheibenvorfall an der Lendenwirbelsäule

Die Bandscheiben bestehen aus einem flüssigkeitshaltigen, elastischen Gewebe und verbinden jeweils zwei Wirbelkörper miteinander, wodurch die Beweglichkeit der Wirbelsäule ermöglicht wird. Besonders beansprucht sind die Bandscheiben der Lendenwirbelsäule, da hier die größte Belastung auftritt. Trotz ihrer stabilen Struktur sind sie daher besonders anfällig für Verschleiß.

Wirbelsäule von Mann, der sich Rücken hält | © Hessingpark-Clinic

Was ist ein Bandscheibenvorfall an der Lendenwirbelsäule?

Ein Bandscheibenvorfall (Diskushernie) entsteht, wenn die Bandscheibe nicht mehr widerstandsfähig genug ist. Dabei wölbt sich der äußere Rand der Bandscheibe vor (Bandscheibenprotrusion) oder ein Stück der Bandscheibe löst sich und dringt in den Nervenkanal ein. Abhängig vom Ort des Vorfalls können Nervenwurzeln des Oberschenkelnervs (Nervus femoralis), des Ischiasnervs oder in seltenen Fällen auch Nerven, die Blasen-, Mastdarm- und Sexualfunktionen steuern, eingeklemmt und geschädigt werden.

Symptome eines Bandscheibenvorfalls

Typische Beschwerden eines Bandscheibenvorfalls sind Schmerzen im Kreuz, die oft in ein Bein ausstrahlen und durch Husten oder Niesen verstärkt werden. Seltener treten Schmerzen in beiden Beinen auf. Diese Schmerzen betreffen nicht das gesamte Bein, sondern nur den Bereich, der von der eingeklemmten Nervenwurzel versorgt wird. Häufig geht dem Schmerz ein Kribbeln oder ein unangenehmes Gefühl von Ameisenlaufen voraus. In schweren Fällen können die Schmerzen so intensiv sein, dass sie zu einer Fehlhaltung des Körpers und zu Hinken führen. Wenn die Nervenwurzel stärker eingeklemmt ist, kann dies zu einem Verlust von Gefühl oder Kraft im Bein oder Fuß führen. In seltenen, besonders ausgeprägten Fällen kann der Bandscheibenvorfall zu Störungen der Blasen- und Darmfunktion führen, die im schlimmsten Fall eine Entleerung unmöglich machen.

Behandlung

Konservative Behandlung des Bandscheibenvorfalls

In vielen Fällen kann ein Bandscheibenvorfall im Lendenbereich durch konservative Maßnahmen wie Schmerzmedikamente und Physiotherapie behandelt werden. Wenn die Schmerzen jedoch unerträglich werden oder der Druck auf die Nerven so stark ist, dass Gefühlsstörungen, Muskelschwäche oder Lähmungen auftreten, sollte eine Operation in Betracht gezogen werden. Bei Problemen mit der Blasen- oder Darmkontrolle ist eine sofortige Operation erforderlich.

Operative Behandlung

Bei einer Operation wird der vorgewölbte Teil der Bandscheibe sorgfältig entfernt, während der nicht störende Teil an Ort und Stelle belassen wird. Über einen kleinen Hautschnitt kann der Bandscheibenvorfall mikrochirurgisch entfernt werden.
Die meisten Bandscheibenvorfälle treten im lumbalen Spinalkanal auf, wo sie die Nervenwurzel zur Mitte oder zur Seite verdrängen (mediolaterale Diskushernie). Durch einen kleinen, etwa 3 cm langen Schnitt im Lendenbereich wird der Wirbelbogen freigelegt. Nach der schonenden Abtragung eines kleinen Knochenstücks am Wirbelbogen und der Öffnung des gelben Bands wird der auf die Nervenwurzel drückende Teil der Bandscheibe entfernt, mikroskopischer Kontrolle.

Liegt der Bandscheibenvorfall seitlich (lateral) zum Spinalkanal, wird die Diskushernie von der Seite entfernt, oft ohne Öffnung des Spinalkanals. In einigen Fällen kann der Bandscheibenvorfall mit endoskopischen Instrumenten durch einen nur etwa 2 cm langen Hautschnitt entfernt werden.

Nachbehandlung und Rehabilitation

Der Patient kann in der Regel wenige Tage nach der Operation das Krankenhaus verlassen. In den ersten vier Wochen ist Schonung wichtig, damit die Bandscheibe heilen kann, wobei das Gehen als besonders förderlich angesehen wird.
Während des Krankenhausaufenthalts wird der Patient von einem Physiotherapeuten in ein spezielles Übungsprogramm eingeführt, das isometrische Spannungsübungen beinhaltet, um die stabilisierenden Muskeln des Rumpfes zu stärken. Dieses Programm sollte der Patient zu Hause mehrmals täglich bis zur ersten Arztkontrolle fortführen. Der Physiotherapeut wird das Programm bei Bedarf anpassen und steht dem Patienten für Fragen zur Verfügung.

Erfolgschancen

Bandscheibenvorfälle können oft spontan heilen. Laut Fachliteratur sind die Langzeitergebnisse nach 10 Jahren mit und ohne Operation nahezu identisch. Eine Operation kann jedoch den Zeitpunkt der Verbesserung festlegen, während die natürliche Heilung Monate oder sogar Jahre dauern kann. Wenn Nervenschäden wie Gefühlsstörungen oder Muskelschwäche vorliegen, ist eine frühzeitige Operation erforderlich, um weitere Schäden zu verhindern.

Häufig gestellte Fragen:

  • Ja, in vielen Fällen kann sich ein Bandscheibenvorfall von selbst zurückbilden. Der Körper resorbiert den ausgetretenen Teil der Bandscheibe nach und nach. Dies gilt jedoch nur bei milden Fällen, wenn die Schmerzen erträglich sind und keine Nervenbeeinträchtigungen vorliegen.

  • Ein unbehandelter Bandscheibenvorfall in der Halswirbelsäule (HWS) oder Lendenwirbelsäule (LWS) kann sich verschlimmern, insbesondere wenn Betroffene weiterhin die Aktivitäten ausüben, die den Vorfall ursprünglich verursacht haben.

  • Um schmerzfrei zu schlafen, empfiehlt es sich, beim Schlafen auf dem Rücken ein Kissen unter die Unterschenkel zu legen. Diese Position richtet das Becken aus und entlastet die Lendenwirbelsäule, was bei den meisten Patienten zu einer Schmerzlinderung führt.

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