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Karpaltunnelsyndrom

Häufiges Tippen auf der Tastatur oder stundenlanges Arbeiten mit dem Handy kann dazu führen, dass sich im Handgelenk unangenehme Symptome wie Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühl bemerkbar machen. Das Karpaltunnelsyndrom kann die Ursache dafür sein, da es entsteht, wenn der Nerv im Karpaltunnel, einem engen Bereich im Handgelenk, unter Druck gerät.

Hand und  | © Hessingpark-Clinic

Was ist ein Karpaltunnelsyndrom (Carpal-Tunnel-Syndrom)?

Bei vielen Menschen kommt es gelegentlich vor, dass die Hand kurzzeitig einschläft. In diesem Moment fühlt sie sich taub an und kribbelt, was zwar unangenehm ist, aber meist schnell wieder vergeht. Bei Patientinnen und Patienten mit einem Karpaltunnelsyndrom sind die Symptome ähnlich, treten jedoch regelmäßig auf und sind oft von Schmerzen begleitet.

Symptome des Karpaltunnelsyndroms

Das Karpaltunnelsyndrom äußert sich durch verschiedene Symptome, die typischerweise die Hand betreffen:

  1. Taubheitsgefühle und Kribbeln: Diese treten vor allem in den Fingern auf – insbesondere im Daumen, Zeigefinger, Mittelfinger und teilweise im Ringfinger.

  2. Einschlafen der Finger: Häufig sind die Finger betroffen, was zu einem unangenehmen Gefühl führt. Besonders nachts sind die Symptome oft stark ausgeprägt, sodass betroffene Personen aufwachen und ihre Hände ausschütteln müssen, um Erleichterung zu verschaffen.

  3. Verstärkung bei bestimmten Tätigkeiten: Bestimmte Bewegungen oder Tätigkeiten, wie das Halten eines Telefons oder Fahrradfahren, können die Beschwerden verschlimmern.

  4. Fortgeschrittene Symptome: In fortgeschrittenen Fällen treten zusätzlich Schmerzen auf. Auch die Beweglichkeit der betroffenen Finger kann eingeschränkt sein, was die Alltagsfunktionen beeinträchtigt.

Die Symptome können im Verlauf der Erkrankung variieren, beginnen jedoch meist schleichend und verschlimmern sich bei fehlender Behandlung mit der Zeit.

Ursachen für das Karpaltunnelsyndrom

Die Ursache des Karpaltunnelsyndroms ist häufig nicht eindeutig, doch eine mögliche Erklärung ist die Zunahme des Volumens der Strukturen im Karpaltunnel. Da dieser Tunnel sich nicht ausdehnen kann, steigt der Druck auf den empfindlichen Nervus medianus, was zu einer Schädigung des Nervs führt.

Häufigere Betroffene

Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, was möglicherweise mit hormonellen Unterschieden zusammenhängt.

Ursachen der Druckschädigung des Nervus medianus

Die Druckschädigung des Nervus medianus kann verschiedene Ursachen haben:

  • Anatomische Engstellen: Der Nervus medianus verläuft zusammen mit neun Beugesehnen durch den Karpaltunnel, wobei es hier eine natürliche Engstelle gibt, die auch bei gesunden Menschen vorhanden ist.

  • Schwellung des Gleitgewebes: Die Beugesehnen sind von Gleitgewebe umgeben, das Flüssigkeit aufnehmen und anschwellen kann. Diese Schwellung kann durch verschiedene Faktoren verstärkt werden.

Einflussfaktoren

Einige Faktoren können die Schwellung des Gleitgewebes und den Druck im Karpaltunnel erhöhen:

  • Chronische Überanstrengung (z. B. wiederholte Bewegungen der Hand)
  • Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus
  • Einblutungen nach einem Sturz
  • Hormonelle Veränderungen, etwa während der Schwangerschaft oder Menopause

Folgen des erhöhten Drucks

Durch die Verdickung des Gleitgewebes erhöht sich der Druck im Karpaltunnel. Während die Beugesehnen in der Regel unversehrt bleiben, kann der Nervus medianus unter diesem erhöhten Druck leiden. Dies führt zu einer schlechten Durchblutung des Nervs, wodurch dieser nicht ausreichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt wird. Langfristig kann diese Druckschädigung die Nervenfasern des Nervus medianus irreversibel schädigen.

Diagnose eines Karpaltunnelsyndroms

 

Verdachtsdiagnose des Karpaltunnelsyndroms

Die Verdachtsdiagnose eines Karpaltunnelsyndroms kann in der Regel anhand der beschriebenen Symptome gestellt werden:

  • Nächtliche Beschwerden: Häufig wachen Betroffene nachts auf und suchen durch Schütteln der Hand nach Erleichterung.

Untersuchung und Tests

  • Spezifische Tests: Bei der körperlichen Untersuchung können spezielle Tests durchgeführt werden, um die Verdachtsdiagnose zu bestätigen.
  • Röntgenbild: In einigen Fällen kann ein Röntgenbild des Handgelenks erforderlich sein, um andere mögliche Ursachen auszuschließen.

Definitive Diagnose

  • Elektrophysiologische Messungen: Diese Tests zeigen genau, ob und in welchem Umfang eine Einengung des Nervus medianus vorliegt.
  • Ultraschalluntersuchung: Diese kann wertvolle Informationen über die Ursachen der Beschwerden liefern.

Wir legen großen Wert darauf, die bestmögliche Diagnose zu stellen, um Ihnen gezielt helfen zu können.

Konservative Therapie bei Karpaltunnelsyndrom

Bei kürzlich aufgetretenen Symptomen oder milden Formen der Einklemmung kann zunächst eine nicht-operative (konservative) Therapie in Betracht gezogen werden.

Behandlungsmöglichkeiten:

  • Handgelenksschiene: Eine bewährte Methode ist das Tragen einer Handgelenksschiene, die vor allem nachts eingesetzt wird, um den Druck auf den Nerv zu reduzieren.
  • Abschwellende Medikamente: In einigen Fällen kann es hilfreich sein, zusätzlich abschwellende Medikamente einzunehmen, um die Symptome zu lindern.
  • Kortisoninjektion: Bei unklaren Fällen oder plötzlich auftretenden Symptomen kann eine Injektion mit einem lokal wirkenden Kortisonpräparat in Betracht gezogen werden. Diese Behandlung hat jedoch oft nur eine begrenzte Wirkung und hält in der Regel nur wenige Wochen an.

Operative Therapie bei anhaltenden Beschwerden

Wenn die Beschwerden trotz konservativer Maßnahmen weiterhin bestehen oder nicht ausreichend abklingen, wird eine operative Therapie empfohlen.

Langfristige Folgen bei unbehandeltem Karpaltunnelsyndrom

Nerven sind empfindliche Strukturen, und langanhaltender Druck auf den Nervus medianus kann zu einer fortschreitenden Funktionsstörung führen. In solchen Fällen wird die Funktionsstörung möglicherweise nicht mehr reversibel.

Mögliche Auswirkungen:

  • Empfindungsstörungen: Diese können sich durch Taubheitsgefühle und Kribbeln äußern.
  • Schwäche des Daumens: Eine dauerhafte Einklemmung kann zu einer Schwäche des Daumens führen, was teilweise mit dem Schwinden der Daumenmuskulatur einhergeht.

Nachbehandlung und Rehabilitation

Nach der Operation wird das Handgelenk für etwa zwei Wochen in einer Schiene stabilisiert, um die Heilung zu unterstützen und das Handgelenk zu schützen. Während dieser Zeit ist es wichtig, das Handgelenk regelmäßig zu bewegen, um Steifheit zu vermeiden.

Die Fäden werden nach etwa 12 Tagen entfernt, und die meisten Patienten sind danach wieder arbeitsfähig.

Die vollständige Belastung der Hand sollte jedoch erst nach 1-2 Monaten erfolgen, abhängig von der individuellen Heilung. Die Rehabilitation konzentriert sich auf die allmähliche Wiederherstellung der Beweglichkeit und Funktionalität der Hand. In der Regel ist keine intensive Physiotherapie notwendig, doch das Handgelenk sollte weiterhin regelmäßig bewegt werden, um eine vollständige Erholung der Nervenfunktion und eine Reduktion der Narbenempfindlichkeit zu gewährleisten.

Erfolgsaussichten

Die Operation bei einem Karpaltunnelsyndrom gehört zu den häufigsten Eingriffen in der Handchirurgie und hat eine Erfolgsquote von über 90 Prozent. Ein Wiederauftreten der Beschwerden ist sehr selten. Zudem sind Komplikationen während des Eingriffs kaum zu erwarten.

Häufig gestellte Fragen:

  • Neutrale Handposition: Wiederholtes Beugen des Handgelenks kann das Karpaltunnelsyndrom verschlimmern. Achten Sie darauf, das Handgelenk in einer neutralen Position zu halten, ähnlich der beim Händeschütteln.

    Gelenkschoner verwenden: Handgelenkschoner aus der Apotheke können helfen, die neutrale Handposition während der Arbeit oder im Schlaf aufrechtzuerhalten und so den Druck auf den Nerv zu verringern.

  • Der Phalen-Test wird vom Arzt durchgeführt, wenn der Verdacht auf ein Karpaltunnelsyndrom besteht, und kann bereits im frühen Stadium der Erkrankung positiv ausfallen. Dabei legt der Patient seine Handrücken für etwa eine Minute vor dem Körper aneinander.

  • Wenn das Gewebe im Karpaltunnel anschwillt, kann es Druck auf den Mittelnerv ausüben und ein Karpaltunnelsyndrom verursachen. In einigen Fällen verschwinden die Beschwerden von selbst, sie können jedoch auch länger bestehen bleiben. Verschiedene Behandlungsmethoden können helfen, die Symptome zu lindern.

Behandelnde Ärzte
  • Dr. med. Ulrich Frank

    Facharzt für Orthopädie, Zusatzbezeichnung Handchirurgie

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