Rhizarthrose (Daumensattelgenkarthrose)
Beim Öffnen von Glasflaschen oder dem Halten einer Einkaufstasche kann es zu schmerzhaften Beschwerden im Daumenbereich kommen. Dies könnte auf Rhizarthrose hindeuten, eine Arthrose im Daumensattelgelenk.
Daumensattelgenkarthrose (Rhizarthrose)
Das Daumensattelgelenk, das sich an der Basis des Daumens befindet und dem Handgelenk am nächsten liegt, ermöglicht durch seine besondere Form eine Vielzahl komplexer Bewegungen. Es spielt eine entscheidende Rolle für die Funktion des Daumens als Gegenspieler zu den anderen Fingern. Arthrose in diesem Gelenk zählt zu den häufigsten Formen von Arthrose im Bewegungsapparat und kann gelegentlich Teil einer Fingerpolyarthrose sein, die mehrere Gelenke in den Fingern betrifft.
Frauen sind wesentlich häufiger betroffen als Männer. Im fortgeschrittenen Stadium kann der Verlust des Knorpels so gravierend sein, dass es zu einem direkten Kontakt zwischen den Knochen kommt, was unangenehme Schmerzen zur Folge hat.
Symptome der Rhizarthrose
Frühe Symptome:
- Schmerzen an der Basis des Daumens: Besonders bei Aktivitäten, die den Daumen beanspruchen, wie Schreiben, das Öffnen von Konserven oder das Drehen von Schlüsseln.
- Bewegungsabhängige Schmerzen: Zu Beginn sind die Schmerzen vor allem bei bestimmten Bewegungen spürbar.
- Loslassschmerz: Ein plötzlich auftretender, stechender Schmerz, der so stark sein kann, dass Gegenstände fallen gelassen werden.
Fortschreitende Symptome:
- Zunahme der Schmerzintensität: Mit der Zeit können die Schmerzen stärker und häufiger werden, sodass auch ein Ruheschmerz auftreten kann.
- Schwellungen und Verformungen: Im späteren Verlauf können Schwellungen und sichtbare Verformungen des Daumens auftreten.
Spätere Stadien:
- Schwächung des Daumengriffs: Der Daumengriff wird schwächer, was zu einer erheblichen Einschränkung der Handfunktion führt.
- Erschwerte Alltagsaufgaben: Die fortschreitenden Symptome machen alltägliche Tätigkeiten wie Greifen, Heben und Halten von Gegenständen zunehmend schwieriger.
Ursachen der Rhizarthrose
Die Rhizarthrose entsteht durch den Verschleiß des Knorpels im Daumensattelgelenk. Besonders der Daumen ist durch seine Oppositionsfähigkeit einer hohen Belastung ausgesetzt, was den Abrieb des Gelenkknorpels begünstigt. Überbeanspruchung im Beruf, altersbedingte Abnutzung sowie genetische Faktoren spielen eine Rolle. Frauen sind aufgrund hormoneller und anatomischer Unterschiede häufiger betroffen. Bei einer fortgeschrittenen Rhizarthrose wird das Gelenk instabil und es kann zu Fehlstellungen des Daumens kommen.
Diagnose der Rhizarthrose
Die Diagnose erfolgt durch gezielte Fragen an den Patienten. Oft ist bereits bei der ersten Betrachtung eine Schwellung an der Daumenwurzel erkennbar. Bei der Untersuchung zeigt sich eine ausgeprägte Druckempfindlichkeit, die sich verstärkt, wenn der Daumen unter Druck bewegt wird.
Konservative Behandlung der Rhizarthrose
Im frühen Stadium der Rhizarthrose werden konservative Therapien eingesetzt, um die Symptome zu lindern. Dazu zählen eine Änderung der Arbeitsbedingungen, das Tragen von Schienen, die Einnahme von entzündungshemmenden Medikamenten (nicht-steroidale Antiphlogistika) sowie Injektionen von Kortison ins Gelenk, um die Entzündung zu reduzieren. Diese Maßnahmen können zwar die Schmerzen vorübergehend lindern, jedoch nicht den Verschleiß des Gelenkknorpels aufhalten oder die Arthrose heilen.
Operative Behandlung der Rhizarthrose
Die Wahl des operativen Verfahrens hängt vom Fortschritt der Rhizarthrose ab:
- Arthroskopie: Bei einer Frühform der Rhizarthrose kann eine minimal-invasive Arthroskopie durchgeführt werden. Dabei werden entzündetes Gewebe und freie Knorpelteilchen entfernt sowie der Bandapparat gestrafft. Diese Methode verlangsamt den Krankheitsverlauf und eignet sich besonders für jüngere Patienten.
- Pyrocarbonprothese: Bei mäßig fortgeschrittener Rhizarthrose und Patienten unter 60 Jahren wird eine Pyrocarbonprothese eingesetzt, die den Mittelhandknochen stabilisiert und das Trapezium erhält. Diese Methode erfordert ein intaktes STT-Gelenk, was zuvor per MRT abgeklärt wird.
- Resektionsarthroplastik: Bei schwerer Rhizarthrose wird das Trapezium entfernt und der Daumen durch eine Sehnenaufbauplastik stabilisiert. Diese Methode wird seit Jahrzehnten erfolgreich angewandt und bietet eine hohe Patientenzufriedenheit.
Nachbehandlung und Rehabilitation
Nach der Operation wird das Daumengelenk vorübergehend ruhiggestellt, meist mit einer Schiene. Je nach Eingriff wird die Hand über mehrere Wochen geschont. In dieser Phase ist eine regelmäßige Bewegung wichtig, um die Beweglichkeit und Kraft des Daumens schrittweise wiederherzustellen. Physiotherapie kann helfen, die Muskulatur zu stärken und die volle Funktionalität des Daumens zu erlangen. Die vollständige Heilung kann einige Monate dauern, abhängig vom gewählten Verfahren und der individuellen Genesung des Patienten.
Erfolgsaussichten
Die Ergebnisse der gelenkerhaltenden Eingriffe, sei es durch Totalprothesen oder den Gelenksersatz mit Sehnenmaterial, sind äußerst positiv. Die Patienten können ihren Daumen wieder uneingeschränkt für alltägliche Aktivitäten nutzen und erleben deutlich weniger oder sogar keine Schmerzen mehr, was zu einer erheblichen Verbesserung der Lebensqualität führt.
Häufig gestellte Fragen:
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Leider ist Rhizarthrose nicht heilbar, da der Knorpelverschleiß im Daumensattelgelenk nicht rückgängig gemacht werden kann. Allerdings können die Symptome durch verschiedene Behandlungsmethoden wie Physiotherapie, Schienen, Medikamente oder in schwereren Fällen chirurgische Eingriffe gelindert werden. Diese Maßnahmen können helfen, die Schmerzen zu reduzieren und die Beweglichkeit des Daumens zu verbessern, wodurch die Lebensqualität der Betroffenen erhalten bleiben kann.
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Rhizarthrose betrifft das Daumensattelgelenk, also den Übergang vom Daumenmittelhandknochen zur Handwurzel. Im Gegensatz dazu bezeichnet die STT-Arthrose den Verschleiß des benachbarten Handwurzelgelenks, das sich zwischen dem großen und kleinen Vieleckbein sowie dem Kahnbein befindet. Rhizarthrose tritt häufig bei Frauen auf, wobei das Verhältnis von Frauen zu Männern etwa 10:1 beträgt.
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Für die Arthrose des Daumen- und Handgelenks wurde ein Einzel-GdB (Grad der Behinderung) von 20 festgelegt. Ebenso wurde für die Einschränkung der Funktionsfähigkeit der Wirbelsäule ein Einzel-GdB von 20 vorgeschlagen.