Schulterinstabilität
Stellen Sie sich vor, Sie greifen nach einem hohen Regal, spielen eine Partie Tennis oder versuchen, beim Joggen nach einem Stolperer das Gleichgewicht mit der Hand abzufangen. Plötzlich knackt es in der Schulter, der Arm bleibt in einer ungewohnten Haltung stecken, und starke Schmerzen treten auf. Solche Situationen sind typisch für eine Schulterinstabilität, die Betroffene nicht nur in ihrer Bewegungsfreiheit, sondern auch in ihrem Alltag stark einschränken kann. In der Hessingpark-Clinic sind wir auf die Behandlung solcher komplexen Schultererkrankungen spezialisiert und begleiten Sie vom ersten Verdacht bis hin zur vollständigen Genesung.
Was versteht man unter einer Schulterinstabilität?
Das Schultergelenk ist das beweglichste Gelenk im menschlichen Körper und besteht aus großen Oberarmkopf sowie der flachen, kleinen Gelenkpfanne des Schulterblatts. Im Gegensatz zu anderen Gelenken, wie dem Knie oder der Hüfte, wird die Schulter nur minimal durch knöcherne Strukturen stabilisiert. Stattdessen übernehmen Muskeln, Sehnen und Bänder diese Aufgabe.
Eine Schulterinstabilität liegt vor, wenn der Oberarmkopf nicht mehr ausreichend in der Gelenkpfanne gehalten wird und verrutscht (Subluxation) oder sogar auskugelt (Luxation). Je nach Ursache unterscheiden wir zwischen einer angeborenen Instabilität (habituell) und einer unfallbedingten Instabilität (traumatisch).
In der Hessingpark-Clinic legen wir besonderen Wert auf eine exakte Diagnose und eine individuell auf Ihre Beschwerden abgestimmte Therapie, um die Stabilität Ihrer Schulter nachhaltig wiederherzustellen.
Ursachen einer Schulterinstabilität
Unfallbedingte (traumatische) Instabilität
Die traumatische Schulterinstabilität entsteht durch eine plötzliche, starke Krafteinwirkung, beispielsweise bei einem Sturz, einem Unfall oder bei Sportarten wie Handball oder Skifahren. Hierbei rutscht der Oberarmkopf aus der Gelenkpfanne, was zu Begleitverletzungen führen kann:
- Bankart-Läsion: Ablösung der Gelenklippe von der Schulterpfanne
- Perthes-Läsion: Abreißen der Gelenkkapsel
- Knochenbrüche: Frakturen an Gelenkpfanne oder Oberarmkopf
- Rotatorenmanschettenruptur: Bei älteren Menschen kann es zusätzlich zu einem Riss der stabilisierenden Muskelsehnen kommen
Angeborene (habituelle) Instabilität
Bei der angeborenen Instabilität liegt oft eine Überbeweglichkeit des Gewebes (Hyperlaxität) vor, die auf eine Bindegewebsschwäche zurückzuführen ist. Dadurch kann der Oberarmkopf ohne größere Krafteinwirkung aus der Gelenkpfanne rutschen. Betroffene haben häufig auch andere Gelenkprobleme, wie Verstauchungen des Sprunggelenks oder instabile Kniescheiben.
Unsere Spezialisten analysieren genau, welche Ursache Ihrer Instabilität zugrunde liegt. Nur so können wir eine passgenaue Therapie entwickeln, die Ihnen Sicherheit und Bewegungsfreiheit zurückgibt.
Symptome einer Schulterinstabilität
Symptome einer unfallbedingten Instabilität
- Starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen bei Luxation
- Ggf. Gefühlsstörungen oder Taubheitsgefühle im betroffenen Arm oder den Fingern (durch Nervenschäden) nach Luxation
- Im Verlauf nach Wiedereinrenken Unsicherheit bei bestimmten Bewegungen
- Schonhaltung des Arms
Symptome einer angeborenen Instabilität
- Unsicherheit bei Bewegungen, insbesondere bei Überkopfaktivitäten
- Wiederholtes „Auskugeln“ der Schulter, oft ohne äußere Einflüsse
- Vermeidungsverhalten, z. B. Verzicht auf Sportarten mit Sturzgefahr
Das Team der Hessingpark-Clinic erkennt diese unterschiedlichen Symptome frühzeitig und hilft Ihnen, die Ursache gezielt zu behandeln.
Diagnose: So finden wir die Ursache Ihrer Instabilität
Wir setzen auf eine Kombination aus modernster Diagnosetechnik und langjähriger Erfahrung in der Schulterchirurgie. Die Untersuchung umfasst:
- Anamnese und klinische Tests: Wir analysieren Ihre Beschwerden und prüfen die Stabilität Ihrer Schulter.
- Bildgebende Verfahren: Mithilfe von Röntgen, MRT oder CT können wir knöcherne Defekte, Kapselverletzungen oder Schäden an der Gelenklippe genau diagnostizieren.
Besonders bei wiederholten Luxationen ist eine CT wichtig, um mögliche Knochendefekte zu erkennen.
Konservative Behandlung
Physiotherapie und moderne Ansätze
In unserem Hause steht bei der angeborenen Instabilität oder Erstluxation bei Patienten über 30 Jahren die konservative Behandlung im Vordergrund:
- Individuelle Trainingspläne: Zielgerichtete Übungen stärken die Muskulatur und stabilisieren das Schulterblatt.
- EMS-Training: Elektromyostimulation zur Aktivierung spezifischer Muskeln.
Nach einer Luxation
Nach einer Schulterluxation erfolgt zunächst die Reposition (Einrenken) der Schulter. In der Hessingpark-Clinic legen wir besonderen Wert auf sanfte Techniken. Bei Bedarf wird die Reposition unter Kurznarkose durchgeführt. Anschließend stellen wir Ihre Schulter mit einem Schlingenverband ruhig und entscheiden gemeinsam über die weitere Therapie.
Operative Behandlung
Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen, bieten wir in der Hessingpark-Clinic modernste Operationstechniken an:
Arthroskopische Stabilisierung
- Reparatur der Gelenklippe: Rückführung an die Schulterpfanne und Fixierung mit Fadenankern.
- Kapselraffung: Straffung der Gelenkkapsel, um die Stabilität zu erhöhen
Remplissage
Bei größeren, einhakenden Hill-Sachs-Dellen am Oberarmkopf wird der Defekt mit Teilen der Infraspinatussehne aufgefüllt, um ein erneutes Einhaken des Defektes zu verhindern.
Knochenblock, Latarjet
Selten ist bei größeren Defekten an der Pfanne ein knöcherner Eingriff erforderlich
Nachbehandlung und Rehabilitation
Die Nachsorge in unserer Klinik ist individuell auf Sie abgestimmt:
- Passive Mobilisation: In den ersten Wochen nach der Operation wird die Schulter schonend bewegt.
- Aktive Kräftigung: Nach etwa 6 Wochen beginnt das gezielte Muskeltraining.
- Rückkehr zum Alltag: In der Regel ist die Schulter nach 6 Monaten wieder voll belastbar.
Unser Team aus Physiotherapeuten und Spezialisten steht Ihnen während der gesamten Rehabilitationsphase unterstützend zur Seite.
Erfolgschancen
Dank der umfassenden Erfahrung und modernen Therapieansätze der Hessingpark-Clinic sind die Erfolgsaussichten bei Schulterinstabilitäten sehr hoch. Mit einer Kombination aus präziser Diagnostik, individueller Behandlung und intensiver Nachbetreuung können wir Ihnen helfen, Ihre Bewegungsfreiheit zurückzugewinnen und ein aktives Leben zu führen – frei von Schmerzen und Einschränkungen.
Haufig gestellte Fragen:
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Atraumatische Schulterinstabilität resultiert aus einer angeborenen Überbeweglichkeit des Schultergelenks, häufig kombiniert mit einer zu weiten Gelenkkapsel. Dies kann dazu führen, dass das Schultergelenk ohne äußere Gewaltanwendung, etwa bei alltäglichen Bewegungen oder im Schlaf, ausrenkt. Betroffene sind oft in der Lage, die Schulter selbstständig wieder in ihre richtige Position zu bringen.
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Das Abstützen der Unterarme oder Ellbogen kann dabei helfen, die Schulter zu entlasten. Auch richtiges Tragen und Heben ist wichtig. Es ist ratsam, den Rücken gerade zu halten und den Druck auf die Schulter zu minimieren. Zudem sollte der Bewegungsbereich der Schulter nicht ständig bis zum Maximum ausgereizt werden und es ist vorteilhaft, möglichst wenig über Kopf zu arbeiten.
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Hintere Schulterinstabilität ist eine seltene Form der Schultergelenkinstabilität, die häufig nach einer hinteren Schulterluxation auftritt. Sie geht oft mit Schäden am posterioren Kapsel-Labrum-Komplex, wie etwa einer Bankart-Läsion, einher. Darüber hinaus können eine Hypoplasie (Unterentwicklung) und Retroversion (nach hinten gedrehte Stellung) des Glenoids (Schultergelenkpfanne) zur Entstehung dieser Instabilität beitragen.