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Wirbelgleiten (Spondylolisthesis)

Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem und oft ist die genaue Ursache nicht sofort erkennbar. In vielen Fällen kann jedoch Wirbelgleiten (Spondylolisthesis) die Ursache für die Beschwerden sein. Bei dieser Erkrankung verschieben sich ein oder mehrere Wirbel der Wirbelsäule, meist in Richtung Körpermitte. Dies kann zu einer Verengung des Wirbelkanals führen, durch den das Rückenmark, Nervenbahnen und Blutgefäße verlaufen. Wenn Nerven eingeklemmt werden, können Schmerzen und Taubheitsgefühle aber auch Lähmungen in den Beinen die Folge sein. Häufig wird das Wirbelgleiten erst bemerkt, wenn alltägliche Aktivitäten wie das Bücken, Heben von Gegenständen oder längeres Sitzen unangenehme Beschwerden verursachen. Beispielsweise können viele Patienten beim Treppensteigen oder beim Tragen von Einkaufstüten ein plötzliches Stechen im Rücken spüren, das in die Beine ausstrahlt. Selbst da unbewußte Drehen im Bett während des Schlafes kann zu Schmerzen führen, die die Nachtruhe beeinträchtigen. Wirbelgleiten tritt häufig in Verbindung mit einer Verengung des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose) auf, deren Symptome nicht selten sogar führend sind.

Wirbelsäule von Mann, der sich Rücken hält | © Hessingpark-Clinic

Häufig wird das Wirbelgleiten erst bemerkt, wenn alltägliche Aktivitäten wie das Bücken, Heben von Gegenständen oder längeres Sitzen unangenehme Beschwerden verursachen. Beispielsweise können viele Patienten beim Treppensteigen oder beim Tragen von Einkaufstüten ein plötzliches Stechen im Rücken spüren, das in die Beine ausstrahlt. Auch beim Sport, wie beim Joggen oder Radfahren, können sich die Symptome verstärken, was dazu führt, dass die Betroffenen ihre Aktivitäten einschränken oder Pausen einlegen müssen.

Wirbelgleiten – Symptome und Beschwerden

Die klassischen Beschwerden bei Wirbelgleiten umfassen:

  • Schmerzen im unteren Rückenbereich: Diese Schmerzen können in das Gesäß oder die Oberschenkel ausstrahlen. In einigen Fällen sind auch die Unterschenkel oder Füße betroffen.
  • Einseitige oder beidseitige Schmerzen: Die Schmerzen können auf einer Seite oder auf beiden Seiten auftreten.
  • Kribbeln und Taubheitsgefühle: Diese Symptome können in den Beinen oder Füßen auftreten und ähneln dem Gefühl von „eingeschlafenen“ Gliedmaßen.

Verstärkung der Schmerzen:

  • Bewegung und Belastung: Die Schmerzen nehmen häufig bei Bewegungen oder Belastungen, wie z.B. längerem Stehen, zu.
  • Ruhephasen: In Ruhephasen lassen die Schmerzen oft nach.
  • Nächtliche Schmerzen: Schmerzen beim Umdrehen im Bett sind typisch für eine Instabilität durch Wirbelgleiten im Bereich der Lendenwirbelsäule (sehr häufig).

Schwankende Schmerzintensität:

Die Intensität der Schmerzen variiert stark. Manche Menschen haben nur leichte Beschwerden, während andere unter starken Schmerzen leiden.

Einfluss auf die Lebensqualität:

Die Symptome können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, insbesondere wenn alltägliche Aktivitäten im Beruf, Haushalt und in der Freizeit erschwert werden.

Alarmierende Symptome:

 In seltenen Fällen können gravierende Symptome auftreten, die sofortige ärztliche Hilfe erfordern:

  • Lähmungserscheinungen
  • Schwäche in den Beinen
  • Taubheitsgefühle im Dammbereich
  • Plötzliche Störungen der Blasen- oder Darmfunktion

Diese Symptome können auf drohende Nervenschäden hinweisen, die eine sofortige chirurgische Intervention erfordern. Obwohl solche Notfälle selten sind, erfordern sie schnelles Handeln.

Ursache von Wirbelgleiten

Wirbelgleiten ist häufig das Ergebnis altersbedingter (degenerativer) Veränderungen an Bandscheiben und Wirbelgelenken. Im Laufe der Jahre verlieren die Bandscheiben an Flüssigkeit, wodurch sie spröde, rissig werden. Auch die Höhe der Bandscheiben verringert sich, sodass die Gelenke lockerer werden und die Wirbel sich gegeneinander verschieben. Der Körper versucht, dieser Instabilität durch Verdickung von Bändern und Knochen entgegenzuwirken. Daher ist das Wirbelgleiten oft mit einer Spinalkanalstenose verbunden, also einer Verengung des Wirbelkanals. Diese führt zu Rückenschmerzen und auch zu ausstrahlenden Schmerzen in die Beine (Ischiasschmerzen). Die Gehstrecke verkürzt sich und man muss schon nach wenigen Metern stehen bleiben.  

Diagnose

Um ein Wirbelgleiten und eine Verengung des Wirbelkanals zu diagnostizieren, befragt der Arzt zunächst zu den Schmerzen und anderen Beschwerden. Dabei werden folgende Aspekte erfragt:

  • Wie empfinden Sie die Schmerzen?
  • Strahlen die Schmerzen in die Beine aus?
  • Wann treten die Schmerzen auf, und wann lassen sie nach (z. B. beim Sitzen, Vorbeugen oder Abstützen des Oberkörpers)?
  • Treten zusätzlich Kribbeln, Taubheitsgefühle oder Gleichgewichtsstörungen auf?

Anschließend wird der Gang des Patienten beobachtet und verschiedene Tests durchgeführt. Andere Tests können Hinweise auf Sensibilitätsstörungen der Haut geben, die von den Nerven ausgehen, etwa taube Hautareale.
Bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen, Magnetresonanztomografie (MRT) oder falls ein MRT nicht möglich ist eine Computertomografie (CT) ermöglichen es, verschobene Wirbel sichtbar zu machen. 

Bei der Behandlung mit Physiotherapie und Medikamenten orientiert sich die Therapie in der Regel an den spezifischen Beschwerden und Symptomen und nicht an den Ergebnissen bildgebender Untersuchungen.
Eine Bildgebung ist notwendig, wenn Anzeichen für einen Notfall vorliegen oder Hinweise auf andere Ursachen der Beschwerden, wie zum Beispiel einen Wirbelbruch, bestehen. Auch zur Vorbereitung auf eine Operation sind bildgebende Untersuchungen erforderlich.

Behandlung von Wirbelgleiten

Konservative Behandlung

Die konservative Behandlung von einem leichten Wirbelgleiten zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Rückengesundheit zu fördern. Zu den häufigsten Methoden gehören:

  • Trainingstherapie: Diese Therapieform konzentriert sich auf den Aufbau und Erhalt der tiefen lumbalen Muskulatur. Eine starke Muskulatur kann die Instabilität der knöchernen Strukturen des Wirbelgleitens effektiv ausgleichen und die Gleitwirbel stützen. Patienten wird empfohlen, die erlernten Übungen regelmäßig und konsequent durchzuführen, um die Rückenschmerzsymptomatik langfristig zu kontrollieren.
  • Physiotherapie: Kurzfristige physiotherapeutische Maßnahmen können dabei helfen, die Übungen zur Stärkung der Muskulatur zu erlernen. Gelegentliche Kontrolltermine sind ebenfalls sinnvoll, um die korrekte Ausführung der Übungen sicherzustellen.
  • Schmerztherapie: Eine individuell angepasste Schmerztherapie kann unterstützend wirken. Diese Behandlung findet häufig im ambulanten Sektor statt.
  • Infiltrationstherapie: Diese bildwandlergestützte Therapie wird in Betracht gezogen, wenn Beschwerden aufgrund einer Spinalkanalenge zunehmen. Durch die lokale Verabreichung von Kortison und Lokalanästhetika können die Nervenstrukturen und angrenzende Gelenke entlastet werden, was für mehrere Monate zu einer deutlichen Schmerzlinderung führen kann. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass diese Methode nicht die zugrunde liegende Ursache behandelt.

Operative Behandlung

Die operative Behandlung wird entsprechend dem Ausmaß in der Beeinträchtigung der Lebensqualität, den Symptomen und begleitenden Deformitäten ausgerichtet. Dabei erfolgt eine operative Intervention ausschließlich an den Strukturen der Wirbelsäule, die direkt oder indirekt die Symptome verursachen. Ein zentrales Ziel jeder Operation bei Wirbelgleiten ist die Beseitigung der Engstellen, die durch die verschobenen Wirbel entstehen. 

Beim Wirbelgleiten könne 3 verschiedene Methoden angewandt werden:

  1. Spondylodese: Hierbei werden zwei oder mehr Wirbel durch eine stabilisierende Operation wieder so miteinander verbunden, dass der Spinalkanal die Nerven nicht mehr einengt. Die Bandscheibenhöhe wird wiederhergestellt und der Spinalkanal erweitert (dekomprimiert.)
  2. Liegt eine nur leichte Instabilität vor, was aber bereits zu einer Verdickung der Bänder in der Wirbelsäule geführt hat, kann mit einer minimalinvasiven Methode eine Stabilisierung erreicht werden. Hierbei wird ein Platzhalter zwischen die Dornfortsätze der Wirbel eingebracht, um die Wirbel etwas nach vorne zu kippen (kyposieren) wodurch die Bänder angespannt werden und Raum für die Nerven freigegeben wird.
  3. Ist die Instabilität so lange vorhanden, dass die Wirbel bereits durch Knochenanbauten versteift sind, so genügt eine minimalinvasive Erweiterung des Spinalkanals. 

Die Vielfalt der verfügbaren Verfahren in der Hessingpark-Clinic ermöglicht eine maßgeschneiderte Behandlung für jeden Patienten. In der Regel wird ein Zugang vom Rücken her genutzt, um die gesamte Prozedur durchzuführen. 

In sehr seltenen Fällen kann ein Notfall eintreten, der eine sofortige Operation erfordert. Anzeichen dafür sind Lähmungserscheinungen oder Schwäche in beiden Beinen, Taubheitsgefühle im Dammbereich oder plötzlich auftretende Probleme mit der Blasen- oder Darmfunktion. Diese Symptome deuten auf ein Kauda-Syndrom hin, das umgehend behandelt werden muss, um bleibende Nervenschäden zu vermeiden.

Rehabilitation und Nachbehandlung

Nach der Operation erfolgt eine umfassende Rehabilitation, die zunächst eine Phase der Schonung und Schmerzmanagement umfasst. Physiotherapie hilft dabei, die Beweglichkeit und Stärke der Wirbelsäule wiederherzustellen. Die körperlichen Aktivitäten werden schrittweise gesteigert, um die Heilung zu unterstützen und die Funktionalität der Wirbelsäule zu optimieren. Regelmäßige Nachuntersuchungen überwachen den Fortschritt und stellen sicher, dass der Heilungsprozess wie geplant verläuft.

Häufig gestellte Fragen:

  • Ein Gefühl der Instabilität in der Wirbelsäule, das sich im Laufe der Zeit in die Beine ausbreitet. Die Schmerzen nehmen mit Belastung oder längeren Gehstrecken zu. Zusätzlich können Gefühlsstörungen oder Missempfindungen auftreten sowie eine Schwäche in den Beinen. Oft kommt es zu einer Linderung der Beschwerden durch eine nach vorne gebeugte Körperhaltung.

  • Laufen kann bei Spondylolisthesis problematisch sein, da es die Symptome verschlimmern und zu Schüben führen kann. Besonders intensive Belastungen wie schnelles Laufen oder das Laufen auf hartem Untergrund üben zusätzlichen Stress auf die Wirbelsäule und die Gleitwirbel aus. Auch andere intensive Aktivitäten wie Springen, Tennis, Skifahren, Fußball, Basketball und Gewichtheben können das Risiko für Spondylolisthesis-Schübe erhöhen. Daher wird Patienten mit Spondylolisthesis empfohlen, diese sportlichen Aktivitäten zu vermeiden oder nur unter ärztlicher Aufsicht auszuüben.

  • Maximale Rumpfbeugen sollten auf jeden Fall vermieden werden, da sie die Wirbelsäule und die Gleitwirbel (Spondylolisthesis) unnötig belasten und das Risiko erhöhen, dass sich die Gleitwirbel weiter verschieben.

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