Schulterinstabilität

Das Schultergelenk (Glenohumeralgelenk) weist eine schlechte Formschlüssigkeit mit flacher, kleiner Pfanne und großem Kopf auf. Diese Bauweise ermöglicht eine gute Beweglichkeit, macht das Gelenk aber auch anfällig für Instabilitäten. Das Schultergelenk ist deswegen das am häufigsten ausgerenkte (luxierte) Gelenk im menschlichen Körper. Dabei verlässt der Kopf die Pfanne in den meisten Fällen nach vorne (vordere Schulterluxation), selten nach hinten oder unten.

Bei einer Verrenkung des Gelenks kommt es in der Regel zu Verletzungen im Bereich der Gelenkkapsel mit Gelenklippe (Labrum) und im Bereich des Oberarmkopfes. Dieser schlägt am Pfannenrand an, wodurch sich meist eine Delle am Kopf einstellt (Hill-Sachs-Delle). Aufgrund dieser Veränderungen besteht ein erhöhtes Risiko für eine erneute Verrenkung. Je jünger man bei der ersten Verrenkung ist, desto höher ist das Risiko einer erneuten Verrenkung und desto eher muss eine operative Stabilisierung diskutiert werden. Diese wird in der Regel arthroskopisch durchgeführt. Dabei wird die ausgerissene Gelenklippe mit der Kapsel mobilisiert und mit kleinen Knochenankern refixiert (siehe Abb.). Bei erneuten Luxationen nach arthroskopischer Stabilisierung oder knöchernen Fehlformen der Pfanne können offene Op-Techniken notwendig sein. Dabei wird der Rabenschnabelfortsatz (Coracoid) an die vordere Pfanne geschraubt um die Gelenkfläche zu vergrößern und das Gelenk zu stabilisieren (Coracoid Transfer, Latarjet Prozedur).

Je älter man bei der ersten Verrenkung ist, desto eher kann konservativ vorgegangen werden. Dabei steigt das Risiko für Verletzungen der Rotatorenmanschette. Ab dem 50. Lebensjahr sollte darauf besonderes Augenmerk gelegt werden.